Delegation Poker
Delegation Poker gehört für mich zu den Methoden, die ein Gespräch verändern, sobald die ersten Karten aufgedeckt sind. Ich setze es ein, wenn Führungskraft und Team glauben, dieselbe Vorstellung von einer Zuständigkeit zu haben, und dann feststellen, wie weit sie tatsächlich auseinanderliegen. Die Methode macht diese stillen Annahmen sichtbar, ohne dass jemand recht behalten muss.
Was ist Delegation Poker?
Delegation Poker stammt aus Jürgen Appelos Management 3.0 und arbeitet mit sieben Delegationsstufen, die zeigen, wie viel Kontrolle eine Führungskraft abgibt und wie viel das Team übernimmt. Delegation ist demnach keine Entweder-oder-Frage. Zwischen "Ich entscheide alles" und "Macht ihr" liegt ein ganzes Spektrum, das die Methode konkret verhandelbar macht.
Dieselbe Logik lässt sich auch auf Paare und Familien übertragen. Wer entscheidet was, und in welchem Umfang, stellt sich dort genauso wie im Team, nur dass diese Frage selten ausgesprochen wird.
Delegation Poker in deiner Coaching-Praxis
Delegation Poker lässt sich auf vier unterschiedliche Situationen anwenden. Die sieben Stufen bleiben dabei immer gleich, nur der Rahmen ändert sich.
Im Team mit Führungskraft
Das ist der ursprüngliche Anwendungsfall der Methode. Führungskraft und Team legen gemeinsam verdeckt ihre Karten für einen konkreten Entscheidungsbereich, etwa Budgetvergabe, Tool-Auswahl oder Teamstruktur, und decken gleichzeitig auf. Die Differenzen zwischen den Karten werden anschließend im Workshop besprochen und im Delegation Board festgehalten.
Im 1:1 Coaching mit Führungskräften
Ohne ein Team im Raum wird aus der Methode ein Diagnose- und Reflexionsraster. Die Führungskraft kartiert für ihre Entscheidungsbereiche das Ist und das Soll, oder ihr Selbstbild im Vergleich zum vermuteten Bild des Teams. Genau dort, wo Lücken sichtbar werden, setzt die eigentliche Coachingarbeit an.
Im Familiencoaching zwischen Eltern und Kind
Hier wird sichtbar, dass die passende Stufe vom Alter des Kindes und vom Thema abhängt, nicht davon, möglichst viel Verantwortung abzugeben. Am Beispiel der Mediennutzung eines Jugendlichen lassen sich alle sieben Stufen konkret durchspielen.
Im Paarcoaching
Bei zwei gleichberechtigten Partnern kehrt der Originalmechanismus zurück, beide legen verdeckt und decken gleichzeitig auf. Typische Bereiche sind Finanzen, Haushaltsführung, Erziehungsentscheidungen oder der sogenannte Mental Load, also die unsichtbare Verantwortung fürs Mitdenken und Organisieren.






Delegation Poker Karten, verschiedene Gestaltungsvarianten für unterschiedliche Team-Settings
So wendest du Delegation Poker an
Jede teilnehmende Person hat einen Satz Karten mit den Zahlen 1 bis 7. Für einen konkreten Entscheidungsbereich, etwa "Wer entscheidet, welche Tools das Team nutzt?", wählt jede Person verdeckt eine Stufe. Alle decken gleichzeitig auf. Danach geht es nicht um den Mittelwert, sondern um das Gespräch über die Differenz:
- Anweisen bis Befragen (Stufen 1 bis 3): Entscheidung liegt bei der Führungskraft
- Einigen (Stufe 4): Entscheidung liegt bei Führungskraft und Team gemeinsam
- Beraten bis Delegieren (Stufen 5 bis 7): Entscheidung liegt beim Team
Begleitet wird die Anwendung durch einen Fragenkatalog für Team, 1:1 Coaching und Familiencoaching.
Inhalte des Downloads
- Ausführliche Methodenbeschreibung mit Steckbrief und allen sieben Stufen im Detail
- Delegation Poker Karten zum Ausdrucken und Ausschneiden, in mehreren Gestaltungsvarianten
- Delegation Board als Vorlage zur Dokumentation der vereinbarten Stufen
- Workshop-Ablauf mit Zeitangaben für Team-Sitzungen
- Fragenkatalog für Team, 1:1 Coaching und Familiencoaching
Kläre jetzt Verantwortung und schaffe eine neue Vertrauensbasis bei deinen Klienten. Delegation Poker als neues Tool in deinem Werkzeugkoffer in deiner Coachingpraxis
Für diese Themen geeignet
- Klärung von Verantwortung und Zuständigkeiten im Team
- Reflexion der eigenen Delegationspraxis als Führungskraft
- Erwartungsklärung zwischen Partnern oder zwischen Eltern und Kindern
- Vertrauensaufbau und Teamentwicklung
- Im Business-Kontext: Team-Coaching, Führungs-Coaching, Leadership-Coaching
- Im Privat-Kontext: Familien-Coaching, Eltern-Kind-Coaching, Paar-Coaching
🗂️ Methoden-Steckbrief
Ursprung / Quelle:
Management 3.0 nach Jürgen Appelo
Geeignet für:
Team-Workshops · 1:1 Coaching mit Führungskräften · Familien- und Paarcoaching
Material:
Delegation Poker Karten (PDF, zum Ausdrucken und Ausschneiden) · Delegation Board
Dauer:
Team-Workshop 1 bis 3 Stunden · Paar- oder Familiensitzung 60 bis 90 Minuten
Vorbereitung:
Keine nötig, Workshop-Ablauf und Fragenkatalog im Material enthalten
Besonderheit:
Sieben Delegationsstufen als gemeinsame Sprache, macht implizite Annahmen zwischen Führungskraft und Team explizit
Häufige Fragen
Funktioniert die Methode auch ohne Team, im 1:1 Coaching?
Ja. Ohne eine zweite Person im Raum wird aus den sieben Stufen ein Diagnose- und Reflexionsraster für die eigene Delegationspraxis der Führungskraft.
Ist die Methode auch für Paare oder Familien geeignet?
Ja. Diese Anwendung ist eine eigene Adaption für den privaten Kontext. Ich habe sie mehrfach im privaten und familiären Kontexten erfolgreich eingesetzt.
Was mache ich, wenn im Team unterschiedliche Karten aufgedeckt werden?
Genau das ist der Kern der Methode. Nicht der Mittelwert zählt, sondern das Gespräch über die Gründe für die jeweilige Einschätzung.
Wie halte ich fest, was wir vereinbart haben?
Im Team-Setting dient das Delegation Board dafür, im 1:1 oder in der Familie reicht eine schlichte Notiz.
Der Ressourcenbaum ist sofort einsetzbar und vielseitig anwendbar – als stärkendes Tool für deine Coachingpraxis oder zur persönlichen Klärung.

